Erfahrungen 
 
  
 
 
Aus der Autobiographie Mahatma Gandhis
 
 
 
 
 
"Ich ging ein mal in Pretoria (Süd Afrika) zu einem englischen Friseur.
Er lehnte es voll Verachtung ab, mir die Haare zu schneiden.

 

Ich fühlte mich zutiefst beleidigt, kaufte mir aber sofort eine Schere und schnitt
mir vor dem Spiegel meine Haare. Mir vorne die Haare schneiden,
gelang mir mehr oder weniger, aber ich verdarb die Rückseite.

 

Die Freunde am gericht schüttelten sich vor Lachen.
"Was ist denn mit ihren Haaren los Gandhi? Sind da die Ratten drin gewesen?"

 

"Nein, der weiße Friseur wollte sich nicht herbeilassen,
mein schwarzes Haar anzurühren" sagte ich.
"Daher zog ich vor, es selbst zu schneiden, wie schlecht auch immer."

 

Die Antwort überraschte die Freunde nicht.
 
Der Friseur war nicht zu tadeln, weil er sich geweigert hatte, meine
Haare zu schneiden.
Es stand zu erwarten, dass er seine Kundschaft verlor, wenn er Farbige* bediente.
 
Wir erlauben unseren Friseuren nicht, ihre unberührbaren* Brüder zu bedienen.
Ich bekam die Quittung dafür in Südafrika, nicht einmal, sondern oft.
Und die Überzeugung, dass dies die Strafen für unsere eigenen Sünden waren,
hinderte mich, mich zu ärgern."
 
-Mahatma Gandhi-
 
 
 
 

 

Verachten wir auch Menschen, Gruppen, Völker?
Wundern wir uns, und finden es ungerecht, wenn wir verachtet werden
und denken gar nicht an die Zusammenhänge?
 
 
 

 

 

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