Rumi.
 
 
"ALLES IM UNIVERSUM DREHT SICH, ALLES IST IN BEWEGUNG,
WIE UND WARUM SOLLTE ICH WOHL STEHEN BLEIBEN?"
 

In Afghanistan geborener islamischer Mystiker und persischer Dichter.

Rumi ist der Sohn eines bedeutenden mystischen Theologen, der sich mit seiner Familie in Anatolien (Rum, daher sein Beiname Rumi) niederließ. Im Alter von 35 Jahren begegnete er dem Sufi Schamsuddin von Tabriz, der sein geistiger Lehrmeister (Guru) und »mystischer Geliebter« wurde. Unter dem Einfluss Schams wandte sich Rumi von den Wissenschaften ab und widmete sich ganz der Mystik. Er gründete den Orden der Maulawi, der "tanzenden Derwische". Auf Bitten seines Lieblingsschüler Husamuddin verfasste er sein Hauptwerk »Masnawi«, ein tiefgründiges mystisches Lehrgedicht, das von den Sufis als »der Koran in persischer Zunge« gepriesen wird. Kaum ein anderes Werk der mystischen Literatur hat so viele Kommentare erfahren wie dieses Gedicht, das in über 25000 Versen eine wahre Enzyklopädie der Mystik darstellt. Es ist jedoch keine systematische Zusammenfassung mystischer Theorien, sondern der spontane Ausdruck mystischer Erfahrungen in immer wechselnden Bildern, Anekdoten, Geschichten, die oftmals unauflöslich miteinander verwoben sind.

 

 

Sema (Sufi Gottesdienst) 

Die spirituellen Tänze werben für Toleranz zwischen den Religionen

Als Vermittler zwischen Himmel und Erde sehen sich die Mevlana-Derwische aus der türkischen Stadt Konya. Ihre Botschaft von Toleranz und Liebe soll alle Länder erreichen.

In lange, schwarze Gewänder gehüllt knien die  Derwische des Mevlana-Ordens aus der türkischen Stadt Konya auf der Bühne. Der melancholische Klang der Ney-Flöte bereitet auf den folgenden, spirituellen Tanz vor. Dann setzen die übrigen fünf Mevlana-Musiker ein: an den Percussions, der Kurzhalslaute (Oud) und dem Hackbrett (Kanun).
 
Die Derwische erheben sich, werfen ihre schwarzen Umhänge ab,die die weltliche Körperhüllen  symbolisieren, unter denen sie die weißen Gewänder tragen, die die reine Seele ist. Langsam beginnt sich der erste um seine eigene Achse zu drehen, seine Arme breitet er über dem Kopf aus. Einer nach dem anderen fällt ein, bis alle vier über die Bühne gleiten.

"Mit unserem Tanz symbolisieren wir die Bewegung der Planeten um die Sonne", sagt Salahaddin Özsahin, einer der Derwische. "Unsere rechte Hand öffnen wir nach oben zum Himmel, unsere linke Hand zur Erde." Auf diese Weise verstehen sich die Mevlana als Vermittler göttlicher Energie, Gottes Gaben, Segen werden empfangen und an die Welt, Menschen weiter gegeben.
 
Der Heilige/Derwisch ist ein Vermittler zwischen Himmel und Erde.

"Der Tanz hat eine reinigende Wirkung, er bringt uns näher zu Gott" Ziel ist, alles Irdische von sich zu lassen, am Ende eins mit Gott und der Schöpfung zu werden. Das drückt sich auch in der Kleidung der Mevlana aus:"Unsere schwarzen Gewänder sind unsere körperliche Hüllen, unsere Filzhüte der  Grabstein"- "Indem wir den schwarzen Umhang ablegen, werfen wir alles Irdische von uns." 
 
Der Takt der Percussions auf der Bühne wird schneller, eindringlicher Gesang kommt hinzu. Immer schneller wirbeln die Derwische um die eigene Achse, ihr weißes Gewand bauscht sich wie eine Glocke um ihren Körper. "Unser linker Fuß bleibt stehen, nur mit dem rechten vollführen wir die Drehbewegung" Das habe ebenfalls symbolische Bedeutung. "Der linke Fuß ist unsere Religion, er bleibt unverrückbar stehen. Mit dem rechten bewegen wir uns und tragen unsere Botschaft in alle Länder."
Diese Botschaft beinhalte vor allem zwei Dinge: Toleranz und Liebe. Im 13. Jahrhundert gründete der islamische Mystiker Dschalaladdin Rumi den Mevlana-Orden im mittelanatolischen Konya, das damals zum Seldschuken-Reich gehörte. "Dort lebten Christen, Juden und Muslime. Angehörige jeder dieser Religionen waren bei Rumis Begräbnis anwesend" 

Aus der fließenden Drehbewegung des Tanzes bleiben die Derwische immer wieder abrupt stehen, falten die Hände vor der Brust. Zum Gruß verbeugen sie sich symbolisch vor Rumi. Dann setzen sie ihre Drehbewegung fort. "Wir sprechen nicht von ,Tanz, sondern verwenden die Bezeichnung ,sema. Es ist Gottesdienst.

 

 

 

Nach Dschelaleddin Rumi

Wohl endet Tod des Lebens Not,
Doch schauert Leben vor dem Tod.

Das Leben sieht die dunkle Hand,
Den hellen Kelch nicht, den sie bot.

So schauert vor der Lieb ein Herz,
Als wie von Untergang bedroht.

Denn wo die Lieb erwachet, stirbt
"Das Ich", der dunkele Despot.

Du laß ihn sterben in der Nacht
Und atme frei im Morgenrot. 

Friedrich Rückert

 

"das ich" ist das Ego, das den Menschen an  Freiheit und Erkenntnis hindert.
 Deshalb die Meditation (Konzentration) um ihn zu besiegen.
Ego haftet am Körper, die Seele ( "das Selbst") aber ist frei von alldem..
Wir halten "das ich"  für  "das Selbst", das nicht unsere wahre, göttliche Natur ist.
 
 

”OnePicProject”

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