Folter.

Wie man Folter definiert, kannst Du unter Folter und Trauma  lesen.

Aussagen einiger Folteropfer aus aller Welt, die im bzfo (Behandlungszentrum für Folteropfer) betreut und behandelt werden.
Wenn ich diese lese, denke ich eigentlich nur: Jede Zeile, jedes Wort, jedes Gefühl hätte von mir sein können.
Ich wurde nicht körperlich gefoltert aber schlimm-er war es doch
 
und meine Folterer waren nicht im Ausland, sondern hier in Deutschland und für uns, die als Ausländer geschändete gibt es keine Hilfen hier.
 
Niemand in Deutschland würde einsehen wollen oder zugeben oder überhaupt darüber reden oder nachdenken, dass wir unmenschlich behandelt, diskriminiert, verleugnet, abgeschoben, isoliert werden, dass man uns als "weniger wert Mensch" behandelt, unsere Familien zerstört, mit Vorurteilen begegnet und auch Staatsgewalt gegen uns anwendet, würde niemand wissen wollen.
 
Ich kann in Deutschland keine Hilfe gegen Deutschland erwarten. Wie immer sieht man gut, wenn ein gewisser Abstand da ist (Irak-Iran-Türkei etc.) aber vor der Nase ist man blind. Ein Schritt zurück gehen, vergessen dass man "Deutscher" ist und asl Mensch betrachten. Da sieht es sehr düster aus. Und es gibt so vieles, was nicht in der Zeitung steht, wenn es HIER passiert.
 
Als "Helfer" fühlt man sich gut, aber als "Täter oder Mittäter weil man es weiß* und duldet"? 
 
"Wir doch nicht"
 
 
"In meiner Heimat starben die Rosen
Bei Sonnenaufgang verstummten die Singvögel
Mein Himmel wurde farblos
In meinen Träumen trugen die Schmetterlinge Waffen auf dem Rücken
Mein Vorgarten wurde verbrannt
Wo setze ich mich nun hin, um den Mond anzuschauen?
Meine Hand malte nur noch weinende Augen
Der Schrei des ungeborenen Kindes berührte den Himmel
Jeder Kampf endete ohne Sieg
Oh, mein Vorgarten verbrannte wieder und wieder"
 
 

»Ich finde keine Worte für meine Bilder.
Wenn ich einen Text schreiben müsste, hätte ich Angst, nicht mehr aufhören zu können.
Wenn ich schreiben müsste, würde ich mich an die Zeit erinnern, als ich Tagebuch geschrieben habe. Damals im Kosovo war ich stark und habe viele schlechte Erfahrungen aufschreiben müssen. 
Dass ich keine Worte finde, macht mich verrückt.
Wenn ich diese Worte lese, denke ich, sie seien nicht von mir.«

 

»Ich war hier bei Herrn Dr. X. Wenn ich Probleme habe, kommt er mir immer in Erinnerung. 
Bei ihm habe ich gemerkt, dass ich ein Mensch bin. Ich kann jetzt wieder schlafen und habe auch keine Albträume mehr. Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich wieder schlafen konnte. 
Aber letzte Woche habe ich im Fernsehen gesehen, wie wieder ein kurdisches Dorf überfallen wurde. Davon bekomme ich Schwierigkeiten, da kommt meine Angst wieder.«

 

Als ich hierher gekommen bin, hatte ich einen großen Druck in der Seele, ich dachte, der würde ewig sein. 
Ich habe viel durchgemacht, und ich drohte an den Bildern zu ersticken. Ich konnte nicht essen und nicht schlafen. 
Heute ist der Druck leichter, ich kann wieder essen und schlafen. Die Bilder kommen nicht mehr so oft.

»Im Kopf ist das Gefängnis der Gefühle.
Die Gefühle sind aus dem Körper gewandert,
gefangen im Kopf stauen sie sich dort und schmerzen.
Ich fühle die Trennung von Kopf und Körper.
Alle Lebendigkeit und Harmonie scheint verloren. Ich fühle mich wie ein verstorbener Mensch.«

 

»Ich kam ungefähr zwei Jahre lang regelmäßig her. Ich war damals sehr verzweifelt. Heute geht es mir viel besser. 
Ich habe nicht mehr ständig Angst, ich habe aber Angst, wenn ich an meinen Aufenthalt denke. Aber heute habe ich Hoffnung, dass es noch eine Möglichkeit gibt. 
Als ich hierher gekommen bin, hatte ich keine Hoffnung, alles war mir egal, es war mir egal, ob ich sterbe.«

»Die Erinnerung wirft mich zurück wie eine unsichtbare Faust.
Ich erwache mit einem Stift in der Hand und zeichne. 
Da bin ich!  Ich bin da!«

»Kurz und leicht ist der Weg des untergehenden Lichts
in die Abgründe der Dunkelheit,
aber lang und oft endlos ist der Weg
der Rückkehr und des Vergessens.«

 

 

 

”OnePicProject”

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